Zukunft des öffentlichen Personennahverkehr?

Der zügige Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs sollte im ökologischen und ökonomischen Interesse der gesamten Gesellschaft geschehen. Nur mit einem gut strukturierten ÖPNV können Ballungszentren den Anforderungen der Zukunft gerecht werden.

Wer profitiert in erster Linie vom öffentlichen Nahverkehr?

In erster Linie sind es die Pendler, die täglich den Weg zu ihren Arbeitsplätzen im eigenen Pkw zurücklegen müssen. Das immer höhere Verkehrsaufkommen auf den Straßen und Autobahnen erhöht das Unfall- und Staurisiko erheblich. Längere Fahrtzeiten und damit verbunden, höherer Spritverbrauch sind die Folge. Dazu kommt die nervliche Belastung, entstehend aus der Angst, zu spät zur Arbeit zu kommen oder gar selbst in einen Unfall verwickelt zu werden. Nicht zuletzt reißen die ständig wachsenden Fahrzeug- und Energiekosten immer tiefere Löcher in der Haushaltskasse, die durch die Pendlerpauschale nur teilweise abgedeckt werden. Für einen effizienten ÖPNV muss jedoch noch viel getan werden.

Was sollte im Interesse der Nutzer verbessert werden?

Der öffentliche Personennahverkehr sollte einen besseren Stellenwert bei den potenziellen Nutzern erreichen, um eine Konkurrenz zum individuellen Beförderungsmittel Auto zu sein. Dazu gehören der verstärkte Ausbau der Netze mit mehr Aus- und Zusteigemöglichkeiten und der Einsatz von wesentlich mehr Zügen oder Bussen. Auch kleinere oder abgelegene Ortschaften müssen in die Netze einbezogen werden und der Service sollte auch auf späte Abendstunden und über die Wochenenden ausgeweitet werden. Man kann niemanden für den ÖPNV begeistern, wenn nach 21 Uhr oder am Wochenende 1-2 Stunden auf einen Bus gewartet werden muss, oder einfach keiner fährt. Es gibt noch viele Vorteile und Nachteile die man abwägen muss, alles in allem ist der ÖPNV aber stetig am wachsen.

Ideen für die Zukunft

Um die oben genannten Ziele zu erreichen, müssen innovative Antriebstechniken in kleineren Beförderungseinheiten, in Verbund mit der Nutzung regenerativer Energien eingesetzt werden. Derzeit unrentable Buslinien könnten statt mit riesigen Gelenkbussen, mit komfortablen Minibussen betrieben werden. Statt stündlich einen kaum besetzten Bus auf die Reise zu schicken, wäre der Einsatz kleiner Fahrzeuge im 10-Minuten-Takt lukrativer und aufgrund des komfortableren Fahrerlebnisses würde diese Lösung weit mehr Akzeptanz in der Bevölkerung finden, als dies derzeit der Fall ist. Dieses System könnte gleichfalls die unrentablen Bahnlinien wiederbeleben, da sich auch hier auf vielen Strecken die großen Züge nicht bewährt haben und die Strecken stillgelegt wurden. Wenn diese kleineren Fahrzeuge dann noch mit sauberer Energie (beispielsweise Solarstrom) betrieben werden und zu einem akzeptablen Preis unterwegs sind, kann man von einer breiten Akzeptanz und einer realistischen Zukunft des ÖPNV ausgehen.